📷 Abschnittskontrolle (Section Control)

Abschnittskontrolle in Österreich: Bedeutung und Funktion

Section Control misst Ihr Durchschnittstempo zwischen zwei Punkten. Hier sehen Sie den Ablauf, die Berechnung und was bei einer Überschreitung passiert.

✓ Messstreckenverordnung 📚 Quelle: ASFINAG & BMIMI
Was bedeutet Abschnittskontrolle? Eine Abschnittskontrolle (Section Control) misst nicht an einem einzelnen Punkt, sondern berechnet aus Strecke und Fahrzeit die Durchschnittsgeschwindigkeit. Nur wenn das Tempo nach Toleranzabzug zu hoch ist, werden die Daten für das Strafverfahren verwendet.

So funktioniert die Abschnittskontrolle

Am Anfang und am Ende eines definierten Abschnitts (oft in Tunneln, meist ab rund 2 km Länge) wird das Kennzeichen mit Zeitstempel erfasst. Aus der Fahrzeit zwischen beiden Punkten ergibt sich die Durchschnittsgeschwindigkeit. Kurz vor dem Ende abzubremsen hilft also nicht – gemessen wird der ganze Abschnitt. Das System kann Fahrzeugtypen und mehrere Fahrspuren unterscheiden.

1 · Einfahrt
Kennzeichen und Zeitpunkt werden erfasst
2 · Messstrecke
Fahrzeit über den gesamten Abschnitt
3 · Ausfahrt
Durchschnitt = Strecke ÷ Fahrzeit
4 · Prüfung
Limitvergleich nach Toleranzabzug

Beispiel: Wie wird das Durchschnittstempo berechnet?

Für eine 4 km lange Messstrecke benötigen Sie 2 Minuten. Das entspricht durchschnittlich 120 km/h: 4 km ÷ 2 Minuten × 60. Entscheidend ist nicht Ihre höchste Geschwindigkeit zwischendurch, sondern dieser Durchschnitt nach dem vorgesehenen Toleranzabzug.

Was mit den Daten passiert

War die Durchschnittsgeschwindigkeit im erlaubten Rahmen, werden die Kennzeichendaten laut ASFINAG umgehend gelöscht. Nur bei einer Überschreitung werden sie an die Polizei weitergegeben, die die Strafe verhängt. Dieser sofortige Datenlöschungs-Grundsatz ist zentral für den Datenschutz der Anlagen.

Wo gibt es Section Control in Österreich?

Zu den bekannten stationären Messstrecken zählen unter anderem:

  • Kaisermühlentunnel, A22 (Wien) – die erste Anlage, seit 2003
  • Plabutschtunnel, A9 (Graz)
  • Wechselabschnitt, A2
  • Ehrentalerbergtunnel, A2
  • Tunnelkette Bindermichl/Niedernhart, A7 (Linz)
  • Arlbergtunnel, S16 (seit 2018)

Dazu kommen zeitlich begrenzte Anlagen, besonders in Baustellen. Standorte können sich ändern: Im Jahr 2026 wurden beispielsweise neue Messstreckenverordnungen für die A7 bei Linz, den Pfändertunnel, die A21 und die Luegbrücke kundgemacht. Maßgeblich ist stets die Beschilderung vor Ort; aktuelle und historische Verordnungen finden Sie im RIS.

Rechtsgrundlage und Strafe

Jede Strecke wird durch eine eigene Section-Control-Messstreckenverordnung des zuständigen Ministeriums abgesichert (kundgemacht im Bundesgesetzblatt). Von der gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeit wird eine Toleranz abgezogen (üblicherweise rund 3 %). Die daraus errechnete Überschreitung wird wie eine normale Tempoüberschreitung geahndet – Details je nach Straßenart unter Freiland & Autobahn und im Strafrechner.

Abschnittskontrolle oder Blitzer: der Unterschied

Ein klassischer Blitzer dokumentiert die Geschwindigkeit an einem bestimmten Messpunkt. Bei der Abschnittskontrolle zählt dagegen die gesamte Fahrzeit zwischen zwei Messstellen. Wer nur vor dem Ausgang abbremst, ändert die bereits gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit nicht. Für die Höhe der Folge gelten nach dem Toleranzabzug dieselben gesetzlichen Schwellen wie bei anderen Geschwindigkeitsmessungen.

Mehr zum Abzug und zu Grenzfällen lesen Sie unter Messtoleranz in Österreich.

Häufige Fragen – Section Control

Was ist eine Abschnittskontrolle in Österreich?

Eine Abschnittskontrolle – auch Section Control genannt – misst nicht die Geschwindigkeit an einer einzelnen Stelle. Sie erfasst die Fahrzeit zwischen Einfahrt und Ausfahrt eines festgelegten Abschnitts und berechnet daraus die Durchschnittsgeschwindigkeit.

Wie funktioniert Section Control genau?

Die Abschnittskontrolle erfasst das Kennzeichen am Anfang und am Ende eines Streckenabschnitts mit Zeitstempel. Aus der benötigten Fahrzeit wird die Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet und mit dem Limit verglichen – nicht die Momentangeschwindigkeit an einem Punkt.

Werden meine Daten gespeichert, wenn ich nicht zu schnell war?

Nein. Wurde das Tempolimit nicht überschritten, werden die erfassten Kennzeichendaten laut ASFINAG umgehend wieder gelöscht. Nur bei einem Verstoß werden die Daten an die Polizei übermittelt.

Wo in Österreich gibt es Section Control?

Bekannte stationäre Anlagen sind u. a. der Kaisermühlentunnel (A22, Wien), der Plabutschtunnel (A9, Graz), der Wechselabschnitt und Laßnitzhöhe (beide A2), der Ehrentalerbergtunnel (A2), die Tunnelkette Bindermichl/Niedernhart (A7) und der Arlbergtunnel (S16). Dazu kommen mobile Anlagen.

Gibt es eine Messtoleranz bei Section Control?

Ja, von der gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeit wird ein Toleranzabzug vorgenommen (üblicherweise rund 3 %), bevor die Übertretung berechnet wird. Maßgebend ist die Geschwindigkeit nach diesem Abzug.

Ist Section Control in Österreich rechtens?

Ja. Jede Section-Control-Strecke wird durch eine eigene Messstreckenverordnung des zuständigen Bundesministeriums rechtlich abgesichert, die für die jeweilige Strecke separat erlassen und im Bundesgesetzblatt kundgemacht wird.

Wer verhängt die Strafe – ASFINAG oder die Polizei?

Nur die Polizei hat Zugriff auf die Messdaten und verhängt eine Anzeige bzw. ein Organmandat. Die ASFINAG als Straßenbetreiberin ist am Strafverfahren selbst nicht beteiligt.

Quellen: ASFINAG: Section Control, RIS: Section-Control-Verordnungen und BMIMI: Messstreckenverordnungen. Standorte und Toleranzwerte können sich ändern; Angaben ohne Gewähr, keine Rechtsberatung. Aktualisiert am 23. September 2026.